Freitag, 16. März 2012

TINSTAAFL

TINSTAAFL - hier bei handelt es nicht um eine Wortfindungsstörung aufgrund fortgeschrittenem Fleischentzugs, sondern vielmehr um eine weise Erkenntnis, deren Belegbarkeit sich durch Wirtschaft, Finanz-Mathematik und sogar die Physk zieht.

There is no such thing as a free lunch!

Auf deutsch: Es gibt nichts umsonst! Heisst im Umkehrschluss: Für alles was wir erhalten, bezahlen wir auch.

Das bekannteste Beispiel zu TINSTAAFL ist der amerikanische Saloon, in dem Gäste ihre Mahlzeit gratis bekamen, sofern sie mindestens ein Getränk kauften.
Wer ein bisschen weiter denkt erkennt schnell: Der Saloon ist kein Wohltätigkeitsverein und der Wirt holt sich an anderer Stelle sie Kosten wieder rein - möglicherweise über die Getränkepreise.

Nun sagt sich der schlaue Sparer natürlich:  nun gut, der Wirt spekuliert darauf, dass ich bei den Getränken ordentlich zuschlage. Aber da ich nur ein Getränk kaufen muss, nehme ich auch nur eins.
Perfekt! In dem Fall zahlen nämlich die anderen Gäste - die mehr trinken - den Lunch des schlauen Sparers.

Und auf diese Reise möchte ich euch heute mitnehmen.

Wenn ich irgendwo vermeintliche Geschenke sehe, frage ich mich, ob ich der "schlaue Sparer" bin oder der "arme Gast" der den Nutzen des Sparers mitfinanziert.
Elektronikfachmärkte haben keine Mehrwertsteuer zu verschenken, Fastfoodketten auch keine Burger. Ob die Gratiswäsche an der Tankstelle wirklich gratis ist? Oder... das kostenlose Smartphone. Irgendwer MUSS das bezahlen. Möglicherweise geht man so manches Mal als schlauer Sparer ins Geschäft und kommt als armer Gast wieder heraus...

Bewusstes Handeln und geschicktes Agieren sind gefragt, um auf der Seite des schlauen Sparers zu bleiben. Und hier schließt sich der Kreis, warum ich heute überhaupt zu diesem Thema sinniere:

Als "frequent traveller" lasse im Hotel nämlich nichts liegen. Weder meine eigenen Klamotten, noch die zur Verfügung stehenden Gratisartikel. Duschgel, Mineralwasser - alles muss mit. (ich gestehe: Shoe-Shine-Schwämme und Nähsets habe ich mittlerweile allerdings genug). Wenn man's mal genau sieht, habe ich dafür nämlich bezahlt.


Für's PROJEKT300 ist es sehr zuträglich. Zugegeben, es sind Centbbeträge. Aber letzt sind 300€ auch nur 30.000 cent - von denen jeder zählt.

In diesem Sinne... Take the lunch - skip the drink!



Kommentare:

  1. Hallo Chrissie,
    ich sehe das genauso wie du. Mit dem Unterschied, dass ich Hotelduschgel meist ekelig und minderwertig finde. Aber was ich gebrauchen kann (und bezahlt habe), nehme ich auch mit, z.B. übriggebliebene Ketchuptüten im Restaurant, die die Kids manchmal zu den Pommes bekommen. Ich würde auch niemals ein Bonusheft bei der Krankenkasse ungenutzt lassen. Was mich allerdings ärgert, ist, dass man von Außenstehenden zu diesen Gelegenheiten oft als geizig wahrgenommen wird. Bei guten Bekannten ist das kein Problem, aber z.B. bei Arbeitskollegen ist mir das unangenehm, mich zu "outen". Ich sehe mich nicht als geizig, mag aber auch keine Verschwendung. Wie ist das denn bei dir?
    Liebe Grüße
    Melanie (Streusel)

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  2. Hallo,
    bin durch zufall auf diesen Blog gestossen und lese jetzt schon einige Zeit hier mit! Find das ganz ganz klasse was du machst.
    Ich habe auch schon das BlumenkohlCurry nachgekocht- hab aber wegen Göga noch Putenstreifen zugefügt! Sehr sehr lecker, schreib bitte weiter so toll hier !!
    Danke
    Nicole

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  3. Melanie, wer Geld zu verschenken hat - soll das doch tun. Über andere urteilen ist immer sehr einfach... Ich danke für euer liebes Feedback :-)

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  4. Mir wäre das total peinlich
    ketchup oder Butter etc... einzupacken
    genauso wie Reste, die ich im Restaurant nicht schaffe.

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  5. Restaurantreste nehme ich auch eher selten mit. Entweder es bleibt nichts übrig oder die Umstände lassen es nicht zu (Hotelübernachtung).
    Wenn ich eine Pizza nicht schaffe, lasse ich mir die aber z.B. einpacken. Die schmeckt nämlich auch kalt am nächsten Tag noch prima (ok, belagabhängig!).
    Ich habe heute erst wieder im Radio gehört wieviel Lebensmittel jeder Mensch im Jahr wegwirft. Muss ja nicht sein.
    Mir war es früher übrigens auch immer sehr peinlich, wenn meine Oma Reste im Restaurant hat einpacken lassen. Mittlerweile sehe ich das ganz anders.

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